
Das Kollektiv flies&tales gründete sich 2016 aus den beiden Tänzerinnen Lenah Flaig und Josefine Patzelt und dem Musiker und Komponisten Eric Eggert. Seitdem entstanden mehrere abendfüllende Produktionen: “One must still know how to disappear”, “None of us” und “expecting light”, die auf Festivals wie tanzNRW, first&furthersteps, Rheinfach und dem TanzArt Ostwest eingeladen wurden. Das Kollektiv nimmt es sich zur Aufgabe, die unsichtbaren Privilegien, die uns umgeben zu reflektieren und in eine sozialkritische sowie ästhetische Sprache zu übersetzen. Während der Corona-Pandemie choreografierten beide getrennt von einander: Josefine entwickelte ein Tanztheaterstück über die Auseinandersetzung mit Kriegstätern, das Erbe der Schuld und das Konzept des dokumentarischen Tanztheatern. Lenah entwickelte die performative Videoarbeit 60:60, indem sie 60 Stunden Filmmaterial ihres Lebens während des Lockdowns gesammelt hat, um diese anschließend auszustellen, auf 60 Minuten zu bringen und damit die Wahrnehmung von Zeit zu thematisieren. 2023 erhalten Josefine und Lenah durch einen Partnerantrag beide ein Stipendium über Distanzsolo, indem sie für die Neukonzeption des Kollektives arbeiten. Außerdem präsentierten sie 2023 die durational performance Club of sweet lies, die in Kurzfassung auch zur Festivaleröffnung des Tanztauschfestivals eingeladen wurde und auch als Peformance im öffentlichen Raum auf dem Neumarkt und in Poll gezeigt wurde. CRIMINAL PLEASURES war die größte Produktion des Kollektivs mit Ronja als Projektleitung und LAura und Ko als zusätzliche Tänzerinnen. Das Stück wurde auch außerhalb Köln eingeladen. 2026 feiert das Kollektiv sein zehnjähriges Bestehen. Aus diesem Anlass werden die jüngsten Produktionen in Köln an unterschiedlichen Orten erneut präsentiert und in wechselnde räumliche Kontexte überführt. Den Auftakt bildet im April die Wiederaufnahme des letzten Stücks, uraufgeführt im Dezember 2025 im Orangerie Theater THE NEW NORMAL.
JOSEFINE PATZELT absolvierte ihre klassische Vorausbildung an der Rheinischen Musikschule Köln, studierte anschließend Modern Dance und Tanztheater an der Fontys Dance Academy in den Niederlanden und arbeitete mit Choreograf*innen wie Johan Greben, Sara Wiktorowicz und Liz King. Sie war 2011-2012 Tänzerin der Tanzmoto Dance Company und 2012-2015 Solistin des Polnischen Tanztheaters, wo sie u.a. mit Gastchoreografen wie Ohad Naharin und Jo Strømgren arbeiten durfte und 2014 ihr Debut als Choreografin in der Produktion „Absurdities of Life in more than 2 acts“ für das Polish Dance Theater gab. Seit 2015 ist sie als freischaffende Tänzerin und Choreografin zurück in Köln. Zudem arbeitete sie als Gast-Tänzerin u.a. für Bodytalk, Oper Dortmund und Oper Bonn, Emanuele Soavi incompyny, Bibiana Jimenez und Tanzwerke Vanek Preuss. Nebenberuflich studiert sie in Düsseldorf Medien und Kulturwissenschaften, um den theoretischen Input in eigene künstlerische Arbeiten einfließen zu lassen.
LENAH FLAIG ist freischaffende Performerin und Choreografin. Nach ihrer Vorausbildung an der “Idyllwild Arts Academy” (USA) studierte sie Tanz an der Folkwang Universität der Künste (Essen) und machte ihren Abschluss 2012. Sie arbeitete mit verschiedenen Choreograph*innen und Kollektiven aus NRW zusammen u.a. Angie Hiesl, Diphthong, Reut Shemesh und Hartmannmueller, war von 2012 bis 2017 Teil der Ben J. Riepe Kompanie und 2018 bis 2019 im Ensemble VA Wölfl Neuer Tanz. Sie produziert eigene Werke, die u.a. im tanzhaus nrw (Now&Next), Folkwang Museum und Fabrik Heeder gezeigt wurden und arbeitet an der Schnittstelle von bildender Kunst, Musik, Tanz und Performance. 2019 und 2020 wurde sie jeweils für den Förderpreis der Darstellenden Künste der Stadt Düsseldorf nominiert. Seit 2020 bis Juli 2024 betreibt sie nebenberuflich mit Nadine Kiala den Kunsthafen in Köln, eine Ausstellungshalle mit Schwerpunkt bildender Kunst.